Zero Waste A-Z

Veröffentlicht am Autor Luise6 Kommentare

Es gibt einfach unglaublich viele Dinge, die wir mit Zero Waste verbinden, ob dies nun plastikfreies Leben, Selbermachen, Minimalismus oder Second Hand ist. Unser ganz persönliches Zero Waste A-Z haben wir euch in diesem Blogbeitrag zusammengestellt. Welche Begriffe sind für euch untrennbar mit Zero Waste verbunden? Lasst es uns in den Kommentaren wissen, es gibt auch mal wieder was zu gewinnen. 🙂

 

A: Abfallvermeidung

 

Selbst das deutsche Kreislaufwirtschaftsgesetz hat ganz richtig erkannt: Abfallvermeidung steht an erster Stelle! In der fünfstufigen Abfallhierarchie wird der Vermeidung von Müll eine höhere Wichtigkeit eingeräumt als dem Recycling.

 

(Grafik: Stiftung Mehrweg)

 

B: Bulk Bins

 

Bulk Bins sind eigentlich in jedem Unverpackt-Laden anzutreffen. In den Abfüllstationen, die zumeist aus lebensmittelechtem Tritan oder manchmal auch aus Glas bestehen, warten viele leckere Sachen darauf, dass sie in mitgebrachte Beutel und Behältnisse abgefüllt werden. Durch den Schüttmechanismus könnt ihr euch immer genau so viel abfüllen, wie ihr wirklich braucht.

 

(Foto: Trashless Society)

 

C: chemiefrei

 

Bisphenol A, Phthalate und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe sind alles Chemikalien, die in Lebensmittelverpackungen, Trinkflaschen und Gebrauchsgegenständen aus Plastik (wie beispielsweise auch Kinderspielzeug) eingesetzt werden. Diese Stoffe können im Körper hormonell wirksam sein und diverse Krankheiten wie Unfruchtbarkeit, Krebs, Diabetes oder Herzkrankheiten auslösen. Als Zero Waster haben wir Plastik nahezu vollständig aus unserem Leben verbannt und durch natürliche Materialien wie Holz, Glas oder Edelstahl ersetzt.

 

(Foto: CC0/Pexels)

 

D: DIY

Hummus gibt es nur im Plastikbecher, Soja-Milch nur im Tetra-Pak und Bodylotion nur in der Plastikflasche? All diese Dinge kann man auch selber mit frischen und natürlichen Zutaten herstellen. Neben der Müllersparnis habt ihr auch noch die volle Kontrolle über die Inhaltsstoffe eurer Produkte.

 

(Foto: Trashless Society)

 

E: Edelstahl

 

Edelstahl ist eine der besten Alternativmaterialien zu Plastik: schadstofffrei, stabil, langlebig und trotzdem nicht so schwer wie Glas. Daher wird es auch für eine ganze Reihe von Dingen verwendet, die in keinem Zero Waste Haushalt fehlen dürfen: Brotdosen, Wasserflaschen, Rasierhobel oder Stohhalm. Produkte aus Edelstahl sind zugegebenermaßen nicht ganz günstig, den höheren Preis machen sie allerdings durch ihre extreme Langlebigkeit locker wieder wett.

 

(Foto: Trashless Society)

 

F: Flohmarkt

 

Das ständige Neukaufen von alltäglichen Dingen verbraucht eine Unmenge an Ressourcen und Energie. Bücher, Klamotten und auch kleine Möbel findet man schnell und vor allem preiswert auf dem örtlichen Flohmarkt. Das spart Geld und schont die Umwelt!

 

(Foto: CC0/Pexels)

 

G: Gläser

 

Gläser in allen Größen und Formen sind einfach unglaublich praktisch. Ob das zur sicheren Aufbewahrung von trocknenen Lebensmittel, zum Einfrieren von Suppen und Soßen, zum Mitnehmen des Smoothies To Go, der Aufbewahrung von selbstgemachten Cremes oder auch zum Abfüllen von Lebensmitteln im Unverpackt-Laden ist. Wir haben auf jeden Fall eine ganze Menge davon für alle Lebenslagen parat.

 

(Foto: CC0/Pexels)

 

H: Hackenporsche

 

Müllfrei einzukaufen bedeutet nicht zwangsläufig völlig verpackungsfrei einzukaufen. So gibt es gerade Milchprodukte oft in Pfandgläsern oder man füllt sich lose Waren in mitgebrachte Gläser ab. Da kommt schnell mal ein bisschen Gewicht zusammen. Da kann ein Einkaufstrolley wirklich praktisch sein. Mit seiner Hilfe sind auch etwas schwerere Einkäufe kein Problem mehr.

 

(Foto: Rolser)

 

I: Idealismus

 

Ganz ehrlich, ein gewisses Maß an Idealismus gehört bei Zero Waste schon dazu. Klar kann eine einzelne eingesparte Plastikverpackung nicht gleich die Welt vor dem ökologischen Kollaps retten, aber irgendwo muss man ja anfangen! Dazu kommt, dass wir Zero Waster oft auch über die Müllvermeidung hinaus sehr nachhaltig leben, ob das jetzt in den Bereichen Ernährung, Verkehr oder Konsum ist. Als ständig wachsende Bewegung bewirken wir dann doch etwas in der Gesellschaft.

 

(Foto: Trashless Society)

 

J: Jutebeutel

 

„Jute statt Plastik“ dieser Slogan ging schon vor 40 Jahren durch Deutschland. Heute ist der Jutebeutel sogar schon zum modischen Accessoire geworden. Kritiker bemängeln, dass der Stoffbeutel erst nach über hundertmaligem Gebrauch die Plastiktüte in Sachen Ökobilanz schlägt. Das entspricht einer Tragezeit von etwa einem Jahr, wenn man zweimal pro Woche einkaufen geht – das ist doch gar nicht mal so lang, oder?

 

(Foto: Original Unverpackt)

 

K: Kompost

 

Bioabfall ist der einzige Abfall der nach dem Recyclingprozess noch wertvoller ist als vorher – heraus kommt nämlich der nährstoffreiche Humus (nicht zu verwechseln mit Hummus), ein hervorragender Dünger fürs Gartenbeet oder die Pflanzen zu Hause. Wer Zugang zu einer Biotonne hat, sollte nur darauf achten, den Müll in Papier- und nicht in Bioplastiktüten zu entsorgen, da diese sich in der industriellen Kompostierung nicht schnell genug zersetzen. Alle anderen können über einen eigenen Komposthaufen im heimischen Garten oder eine Wurmkiste bzw. einen Bokashi-Eimer für zu Hause nachdenken.

 

(Foto: CC0/Pixabay/ Antranias)

 

L: Leitungswasser

 

Leitungswasser hat eine hervoragende Klimabilanz im Vergleich zu anderen Getränken, ist extrem günstig und nebenbei auch noch das bestkontrollierteste Lebensmittel in Deutschland und kann somit bedenkenlos getrunken werden. Auch unterwegs muss man nicht darauf verzichten – einfach in eine Glas- oder Edelstahlflasche füllen und überall hin mitnehmen!

 

(Foto: CC0/Pexels/ Kaboompics // Karolina)

 

M: Menstruationstasse

 

Tausende Tampons und/oder Binden schmeißt die durchschnittliche Frau in ihrem Leben in den Müll und gibt dafür über die Jahre hunderte Euro aus. Was für eine Verschwendung! Wie wäre es da mal mit einer Menstruationstasse? Diese sind für ca. 15-30 Euro zu haben und halten etwa 10 Jahre. Das Beste – in dieser Zeit fällt gar kein Müll an.

 

(Foto: Trashless Society)

 

N: Natron

 

Natron ist das Zero Waste Wundermittel schlechthin – ob in Kosmetik, Reinigungsmittel oder zum Kochen und Backen, die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Wie wäre es z.B. mal mit selbstgemachten Badebomben? Natron findet ihr im Unverpackt-Laden oder online in großen Mengen in Papier verpackt.

 

(Foto: CC0/Pixabay/ Kaboompics)

 

O: Online-Tickets

 

Immer mehr Tickets und Eintrittskarten (sei es für Bahn, Flugzeug oder Kino) lassen sich mittlerweile online buchen und auf dem Smartphone abspeichern. Ein kleiner Schnipsel Papier mag einem vielleicht nicht viel vorkommen, auf das Jahr gerechnet kommt aber meistens doch ganz schön was zusammen. Dazu kommt, dass Fahrkarten und Co meist nicht aus normalem, sondern aus Thermo-Papier bestehen, das statt im Altpapier im Restmüll entsorgt werden muss.

 

 

(Fotos: Trashless Society)

 

P: Pfandflasche

 

Pfandflasche ist nicht gleich Pfandflasche. Eine Pfandflasche aus Plastik erweckt zwar den Eindruck, dass sie mehrfach wiederverwendet wird, was bis auf wenige Ausnahmen aber nicht der Fall ist. Mehrwegflaschen aus Glas sind daher die wesentlich ökologischere Alternative, da sie bis zu 50 Mal wiederverwendet werden können, bis sie recycelt werden. Daneben gibt Glas natürlich im Gegensatz zu Plastik keine Schadstoffe an die Getränke und Lebensmittel ab.

 

(Fotos: Trashless Society)

 

Q: Qualität

 

Unser Grundsatz: Qualität vor Quantität. Das macht sich auf lange Sicht auch bezahlt. Natürlich erscheint der Preis einer Edelstahlbrotdose im direkten Vergleich zu einer Tupperdose aus Plastik schon erstmal recht hoch. Wenn man aber bedenkt, dass diese Dose praktisch ein ganzes Leben lang hält und im Gegensatz zu Plastik keine Schadstoffe an unsere Lebensmittel abgibt, ist das Geld gut investiert.

 

(Foto: CC0/Pixabay/ geralt)

 

R: Refuse, Reduce, Reuse, Recycle, Rot

 

Die 5 R’s gelten als Grundprinzipien der Zero Waste Bewegung: Wir lehnen ab, was wir nicht brauchen (Refuse), wir reduzieren alles, was wir tatsächlich brauchen (Reduce), wir verwenden Dinge wieder bzw. reparieren sie (Reuse) und alles, was dann noch an Müll übrig bleibt, recyceln (Recycle) oder kompostieren (Rot) wir.

(Grafik: Trashless Society)

 

S: Stofftaschentücher

 

Für unsere Großeltern selbstverständlich, bei uns leider aus der Mode gekommen: Stofftaschentücher. Regelmäßig gewaschen sind diese genauso hygienisch wie ihre Wegwerf-Pendants. Und – ein Stofftaschentuch, das viele Jahre benutzt wird, schlägt das Papiertaschentuch in Sachen Ökobilanz um Längen.

 

(Foto: CC0/Pixabay/ Tookapic)

 

T: Tauschen

 

Der eine hat noch einen halbvollen Kühlschrank kurz vorm Urlaub, der andere braucht  dringend einen neuen Pullover. Die ökologische Lösung: Tauschen. Die übrigen Lebensmittel werden zu einem Foodsharing-Fairteiler gebracht, der Pullover bei einer Kleidertauschparty gegen eine ausrangierte Hose eingetauscht.

(Foto: Geheimtipp Hamburg/Tinka Rebhan)

 

U: Unverpackt-Laden

 

Das Mekka aller Zero Waste Anhänger: der Unverpackt-Laden. Hier gibt es alles, was das Herz des Unverpackt-Einkäufers begehrt zum Selberabfüllen: Nudeln, Reis, Hülsenfrüchte, Nüsse, Mehl, Trockenfrüchte, Süßigkeiten und vieles mehr. Ergänzt wird das Lebensmittel-Angebot in der Regel durch plastikfreie Kosmetik und Haushaltsreiniger. Das Beste – es werden immer mehr Unverpackt-Läden in ganz Deutschland.

 

(Foto: Trashless Society)

 

V: Verzicht

 

Komplett auf Müll zu verzichten, hört sich erstmal ziemlich kompliziert und aufwendig an. Und man muss auf so viel Gewohntes verzichten, oder? In der Tat wird sich einiges ändern, wenn man sein Leben auf Zero Waste umstellt, das bedeutet aber nicht, dass man auf alles verzichten muss. Klar, wenn es die Lieblingssüßigkeit nur in Plastik verpackt gibt, ist das erstmal schwierig, aber das gibt einem auch die Möglichkeit, kreativ zu werden und vielleicht tolle Rezepte für eine neue Lieblingsnascherei zu finden oder doch einen Laden in der Gegend zu entdecken, der einem Pralinen in die mitgebrachte Dose abfüllt.

 

(Grafik: Trashless Society)

 

W: Wochenmarkt

 

Wochenmärkte sind ein kleines Paradies für plastikfreies Obst und Gemüse, aber auch Käse und Wurst kann man sich hier in der Regel direkt in die mitgebrachte Dose legen lassen. Abgesehen von den klassischen Waren eines Wochenmarktes findet man darüber hinaus manchmal auch kleine Zero Waste Perlen wie Nüsse und Trockenfrüchte, Kekse und Bonbons, die offen verkauft werden.

 

(Foto: CC0 / Pexels /Stokpic)

 

X: Xylit

 

Xylit bzw. Xylitol ist ein natürlicher Zucker aus Birkenrinde und kann zum einen als Zuckeralternative aber vor allem auch in selbstgemachter Kosmetik eingesetzt werden. So können beispielsweise Rezepte für selbstgemachte Zahnpasta, die zumeist aus Natron und Kokosöl bestehen, mit Xylit etwas weniger bitter gemacht werden – denn: der Birkenzucker hat eine karieshemmende Wirkung.

 

(Foto: CC0 / Pixabay /Wildschuetz)

 

Y: Yeah!

 

Du hast das erste Mal dein eigenes Deo hergestellt? Du hast auf dem Wochenmarkt den Einkauf komplett ohne diese kleinen Flattertüten bestritten? Deine Küche ist endlich plastikfrei? Du musst auf einmal gar nicht mehr zweimal die Woche den Müll runterbringen? Ein tolles Gefühl, oder?

 

(Foto: CC0/Pexels/ Kaboompics)

 

Z: Zero

 

Frei übersetzt bedeutet Zero Waste null Müll, wobei den meisten wahrscheinlich klar ist, dass dies ein Zustand ist, der fast unmöglich zu erreichen ist. Selbst wenn wir beispielsweise alles unverpackt einkaufen, werden natürlich auch diese Lebensmittel in einer Verpackung (idealerweise in 25kg-Papiersäcken) in den Laden gebracht. Eigentlich müssten wir uns also auch von dieser Verpackung ein Stück „abschneiden“ und zu unserem Müll zählen. Daher kann das Ziel von Zero Waste eigentlich nur sein, den Müll so gut wie möglich zu reduzieren. Aber das ist auch schon mal ein guter Anfang!

(Foto: CC0 / Pixabay/TheDigitalArtist)

 

Verlosung (abgelaufen)

Was fehlt euch in unserem A-Z? Welcher Begriff ist für euch untrennbar mit Zero Waste verbunden und warum? Unter allen Kommentaren verlosen wir einen Jutebeutel von Original Unverpackt. Mitmachen könnt ihr bis Mittwoch, 2. Mai 2018, 23:59 Uhr.

 

(Foto: Original Unverpackt)

 

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6 Kommentare zu Zero Waste A-Z

  1. Eine tolle, bunte Liste, die einen knackigen Einblick in die Zero-Waste-Bewegung gibt!

    Was mir noch fehlt: Mehrweg (statt Einweg), davon habt ihr zwar sehr viele einzelne Produkte genannt, aber als Hauptbegriff bzw. wichtiges Prinzip gehört es meiner Meinung nach unbedingt mit rein.

    Warum? Wer sich für Mehrweg entscheidet, kann sehr viel Müll sparen und ich würde mir wünschen, dass es irgendwann für alle Verpackungen eine Mehrweg-Alternative gibt.

  2. Super Auflistung ! Was mir noch einfällt ist :
    R Rasierhobel , so viel besser als Einweg und spart eine Menge Müll und Geld .
    W Wurmkiste , eine Wurmkiste mit Kompostwürmern . Super für Menschen die keinen Garten mit Kompost haben.
    S Seife (Stückseife) , spart jede Menge Plastikmüll ein. Und ist zudem noch besser für die Haut.
    S Stoffbinden , spart auch viel Müll ein und ist super für diejenigen die die Menstruationstasse nicht tragen können.

  3. Ja wirklich super Auflistung !!! Und ich kann Sylvia und Steffi nur zustimmen ! Besonders R für Rasierhobel und S für Seife und Stoffbinden !
    Vielleicht noch…
    G für Geschenke: Erlebnisse oder Erfahrungen (ich verschenke auch gerne Sachen zur Zero Waste Motivation 😉 wie Stoffbeutel, Wasserflaschen, Zahnbürsten.)
    H für Holzbürsten: Haarbürste, Zahnbürste, Spülbürste, etc.
    P für Prozess ? So empfinde ich es, es geht nicht von heute auf morgen, es ist wirklich ein super interessanter Prozess, kann es nur empfehlen !
    R für Reparieren ?

  4. Tolles ABC!

    Ich würde noch ergänzen (auch ohne Verlosung)
    F: feste Shampoos
    D: Dentabs zum Zähneputzen
    S: Saisonal einkaufen
    R: regionale Produkte

    Ein Lächeln,

    Miri von thesoulfoodtraveller.com

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