Waschmittel aus Rosskastanien

Veröffentlicht am Autor Luise6 Kommentare

Konventionelle Waschmittel sind in der Regel voll von petrochemischen Tensiden, synthetischen Duft-, Farb- und Konservierungsstoffen und machen außerdem auch noch eine Menge Müll. Bio-Waschmittel kommen zwar ohne diese Stoffe aus und haben eine bessere biologische Abbaubarkeit, sind ohne Unverpackt-Laden in der Nähe aber auch schwer müllfrei zu bekommen.

Viele werden als ganz natürliche Art des Waschens Waschnüsse kennen, die in Bio-Läden und Reformhäusern vertrieben werden. Diese können wir allerdings leider nicht empfehlen. Neben dem langen Transportweg der zumeist aus Indien stammenden Nüsse, treibt die steigende Nachfrage aus Europa den Preis vor Ort in die Höhe, so dass sich die lokale Bevölkerung das traditionelle Waschmittel zunehmend nicht mehr leisten kann und auf billiges chemisches Waschpulver zurückgreift.

Waschnüsse vs. Rosskastanien
©Smarticular.de

Auch wenn Vertreter der Seifenbaumgewächse vor allem in tropischen Gebieten wachsen, gibt es ein paar Ausnahmen, die auch in deutschen Gefilden anzutreffen sind. So beispielsweise die Rosskastanie, deren Samen sich auf Grund der enthaltenen Saponine hervorragend zur Herstellung von natürlichem Waschmittel eignen und zu dieser Jahreszeit praktischerweise an vielen Stellen kostenlos und ohne lange Transportwege herumliegen.

Rosskastanien

Für eine Wäscheladung braucht man nur 8 Kastanien. Diese werden geviertelt, in ein Glas gegeben und mit 300 ml Wasser übergossen. Wenn man das Glas schüttelt, kann man gleich beobachten, wie die Saponine dafür sorgen, dass sich Schaum bildet. Das Ganze muss nun etwa 8 Stunden ziehen, bis das Waschmittel einsatzbereit ist. Danach gießt man die Flüssigkeit durch ein Sieb in das Waschmittelfach der Waschmaschine und wäscht die Wäsche wie gewohnt. Wer mag gibt für den Geruch noch ein paar Tropfen ätherisches Öl dazu (z.B. Lavendel). Bei hartem Wasser empfiehlt es sich, einen Teelöffel Wasch-Soda mit ins Waschmittelfach zu geben.

kastanien-schneiden  kastanienwaschmittel

Da sich Kastanien schlecht lagern lassen, da sie im Ganzen belassen dazu neigen, entweder steinhart zu werden oder zu schimmeln, gibt es auch die Möglichkeit, einen größeren Waschmittelvorrat herzustellen, indem man die Kastanien zu Granulat verarbeitet. Dazu viertelt man die Kastanien und befreit sie von der Schale. Theoretisch kann man die Schale auch dranlassen, wenn man allerdings auch weiße Wäsche waschen möchte, sollte man sie aber besser abmachen. Die Samen frischer Kastanien sind in der Regel sehr weich und lassen sie sich sehr einfach mit einer Küchenmaschine klein häckseln. Sind die Samen schon etwas härter, sollte man nur einen leistungsstarken Mixer ranlassen.

Das Kastaniengranulat ist dann normalerweise sehr feucht und muss noch getrocknet werden. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man verteilt es auf einem Backblech und lässt es bei 60 Grad und leicht geöffneter Tür (Kochlöffel dazwischen klemmen) für 3-4 Stunden im Ofen oder für 2-3 Tage in der Sonne (z.B. auf der Fensterbank) trocknen. Danach kann das Waschmittel problemlos mehrere Monate gelagert werden.

Kastanien-Granulat   Kastanien-Waschmittel

Für eine Waschladung gibt man 3 Esslöffel des Granulats in ein Glas und übergießt es mit 300ml Wasser. Kurz schütteln und eine halbe Stunde stehenlassen, dann ist das Waschmittel fertig – einfach durch ein Sieb in das Waschmittelfach der Waschmaschine geben.

Verlosung (abgelaufen!)

Schreibt uns entweder hier oder auf unserer Facebookseite (facebook.com/trashlesssociety), ob ihr auch mal Kastanienwaschmittel ausprobieren wollt oder ob ihr bereits Erfahrung damit habt. Unter allen Kommentaren verlosen wir einen kleinen Beutel mit Kastaniengranulat. Teilnahmeschluss ist Mittwoch, 12. Oktober 2016, 23:59 Uhr.

kastanien-verlosung

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6 Kommentare zu Waschmittel aus Rosskastanien

  1. Ich wasche meine Wäsche seit drei Jahren mit Kastanien. Allerdings habe ich lediglich die Kastanien gesammelt und je Waschmaschinen-Ladung 6-8 Stück grob frisch zerkleinert in einem Strumpf (zugeknotet) mit in die Trommel gegeben. Wäsche sauber, keine Hautreaktionen mehr. Die Zugabe von Duft habe ich mir gespart.
    Es hat nichts ausgemacht, ob die Kastanien frisch oder fast ein Jahr alt gelagert waren. Was mich ein wenig stört ist, dass die Wäsche mit der Zeit nicht mehr so weiss war. Aber dank deinem Artikel denke ich mal, das lag an den mitverwendeten Schalen. Man lernt eben nie aus 🙂

  2. Das ist der absolute Wahnsinn (im durchweg positiven Sinne). Obwohl ich mich seit langem für ökologische Alternativen zu herkömmlichen, industriellen Angeboten interessiere, habe ich erst jetzt von der preiswertesten und umweltfreundlichen Option der Rosskastanie erfahren. Und wir haben gerade Herbst, also werd ich mich warm anziehen und endlich mal wieder Kastanien sammeln gehen. Wenn man noch keine Kinder hat, macht man das ja leider nicht mehr so oft wie in der eigenen Kindheit. Vielen, vielen Dank für diese tolle Empfehlung. Ich hatte mich schon vor ein paar Jahren über die Waschnüsse gefreut, aber der ökonomische, ökologische und soziale Aspekt ist nicht von der Hand zu weisen. Und dabei liegt die beste Lösung direkt vor unserer Tür. Was haben wir alles vergessen!

  3. Ich würde das unglaublich gerne mal ausprobieren – habe nur leider keine funktionsfähige küchenmaschine im haus…deswegen würde ich mich sehr sehr sehr darüber freuen!

  4. Habe im Herbst mit Kastanien gewaschen war sehr zufrieden, nur schade das ich keine Kastanien mehr habe. Im nächsten Herbst sammle ich mehr

  5. Mein Freund und ich sind noch recht neu auf dem Zero Waste Weg. Wir haben noch Vieles vor uns und sicherlich noch ne Menge dazuzulernen. Für alternative Waschmittel interessiere ich mich aber schon seit längerer Zeit – teils aus beruflichem Interesse (ich bin Chemikerin), teils aufgrund von meinem Interesse für Kosmetikherstellung. Was mich an der ganzen Kiste stört sind die fehlenden Wasserenthärter. Ab hier IMHO. Wenn man Waschsoda beim Wäschewaschen dazu gibt, wird meines Wissens nach besonders bei hartem Wasser unweigerlich schwerlösliches Calciumcarbonat gebildet, welches als Kalk sich in der Waschmaschine und auf der Wäsche absetzt. Nicht gut. Mein educated guess ist, dass eine Zugabe von Natriumzitrat (Natriumsalz der Zitronensäure) statt Waschsoda das Problem beheben sollte. Das Zitrat “angelt“ sich das Calcium heraus, sodass kein Calciumcarbonat gebildet werden kann (oder zumindest wird die Bildung reduziert). Im Gegensatz zu Zitronensäure sorgt das Zitrat nicht für einen sauren pH, sodass die Dichtungen der Waschmaschine geschont werden. Soweit mein Stand des Wissens. Falls es jemand besser weiß – ich freue mich über jede zusätzliche Info :).

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